Fahrzeugmangel oder Verschleiß

by Kucher Rechtsanwaltskanzlei on 19. Februar 2015

WerkstattDer Kläger war Käufer eines gebrauchten Alfa Romeo. Als der Käufer diesen erwarb, hatte er eine Laufleistung von 69.800 km und war ca. 5 Jahre alt.

Als der Kläger wenige Woche nach dem Kauf von einer Urlaubsreise heimfuhr, bemerkte er die aufleuchtende Motorkontrollleuchte. Das Fahrzeug fuhr fortan nur noch im Notlaufprogramm mit 80 km/h.

Die Werkstatt unternahm mehrere Reparaturversuche. Da diese für den Käufer nicht den gewünschten Erfolgt erbrachten, erklärte dieser ca. 5 Monate nach Kauf den Rücktritt vom Kaufvertrag und verlangte die Rückabwicklung.

Das OLG Hamm (Urteil vom 16.10.2014 – 28 U 180/13) urteilte nun, dass es zur Darlegung des Rücktrittsgrundes zunächst genüge, wenn der Käufer die Umstände vorträgt, aus denen sich ergibt, dass die gekaufte Sache eine Beschaffenheit aufweist, die bei vergleichbaren Fahrzeugen nicht üblich sei und die er als Käufer nach der Art der Kaufsache nicht zu erwarten brauche.

Hierbei reichte die Angabe „Motorkontrollleuchte“ und „Notlaufprogramm bis 80 km/h“ aus.

Bestreitet der Händler jedoch den Mangel und führt Nachbesserungsversuche durch, so obliegt es dem Käufer, den Beweis dafür anzutreten, dass der Mangel der Sache bei Übergabe vorhanden war und nicht später aufgetreten ist. Notfalls durch ein Sachverständigengutachten.

 

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Bitte beachten Sie, dass dieser Beitrag der allgemeinen Information dient, nicht alle rechtlichen Aspekte umfassend darstellen kann und eine individuelle rechtliche Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzt.

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