Werkstatt muss auf Zahnriemenwechsel hinweisen

by Kucher Rechtsanwaltskanzlei on 16. Mai 2011

Werkstätten sind verpflichtet, auf unmittelbar bevorstehende und notwendige Maßnahmen im Rahmen einer Inspektion hinzuweisen.

Eine Fahrzeughalterin brachte ihr italienisches Kfz mit einem Kilometerstand von 58.393 zur Inspektion in eine Werkstatt. Die Herstellerangaben sahen eine Überprüfung des Zahnriemens bei 60.000 km und einen Austausch bei spätestens 120.000 km vor. Eine Überprüfung des Zahnriemens erfolgte jedoch nicht. Die Fahrzeughalterin wurde auch nicht auf die notwendige Überprüfung bei 60.000 km hingewiesen.

Ungefähr ein halbes Jahr später riss der Zahnriemen und es entstand ein Motorschaden in Höhe von 6.120,84 Euro.

Das angerufene Gericht verurteilte die Werkstatt zur Zahlung von Schadensersatz. Die Werkstatt sei nach „Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte aus dem Wesen des Inspektionsvertrags“ verpflichtet, auf anstehende Austauschmaßnahmen hinzuweisen. Dies umfasse auch die Pflicht auf solche Maßnahmen hinzuweisen, deren Notwendigkeit unmittelbar bevorstehe. Dies seien Maßnahmen die innerhalb weniger als drei Monaten oder innerhalb einer Laufleistung von 5.000 km durchzuführen sind.

Urteil: OLG Schleswig-Holstein vom 17.12.2010 (Aktenzeichen 4 U 171/09)

Rechtstipp

Prüfen Sie bei Mängeln am Fahrzeug, ob Sie die Werkstatt im Rahmen Ihres letzten Kundendienstes auf im Serviceplan vorgesehene Reparatur- oder Prüfmaßnahmen hätte hinweisen müssen.

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